Soziale Arbeit in einem anderen Umfeld

Astrid Schöller-Frings berichtet über die Projektarbeit als Unterstützung im Maßnahmenangebot „Bildhauern und Bogenbau“

Soziale Arbeit in einem anderen Umfeld

Als Bezieher*innen von Leistungen aus dem SGB II finden die jungen Menschen, die bei uns angebunden sind, im Gruppenkontext und in der Unterstützung von Sozialpädagog*innen, die Möglichkeit neue Ideen für ihren Lebensalltag zu generieren und deren Umsetzung z.B. in unseren Gewerken zu üben. Regelmäßiger Austausch mit den Pädagog*innen und Anleiter*innen, soll sie wertschätzend begleiten, damit daraus eine Veränderung des sozialen Miteinanders erwachsen kann.

Wir mussten aber auch feststellen, dass es manchmal mehr als einen Bemessungszeitraum einer Maßnahme braucht, um neue Wege stabilisierend in den Alltag einzubauen. Oder eine gewisse Maßnahmenerfahrenheit, oder gar -müdigkeit manchmal festzustellen ist und den Lernerfolg belastet. Daher versuchen wir mit Projekten, die in unserem ZUKUNFTSWERK besprochen und beim LVR beantragt werden, neue Erprobungsmöglichkeiten für unsere jungen Teilnehmer*innen b  ereitzustellen.

Daraus entstanden zuletzt ein Bildhauerkurs für weibliche und ein Bogenbaukurs für „geplant“ männliche Teilnehmende. Es war das Anliegen, den Teilnehmenden eine Außenwelt zu präsentieren, zu der sie im normalen Alltag keinen Zugang haben. Im Rahmen von Projekten ergeben sich für die Teilnehmenden Möglichkeiten, weitere Fähigkeiten im fachlichen wie sozialen Bereich zu erkennen, die vielleicht bislang eher im Verborgenen lagen.

Genau da setzen solche Projekte an. Der Einzelne muss sich auf seine Aufgabe konzentrieren, findet aber Gelegenheit in der Diskussion mit anderen und der fachlichen Anleitung von erfahrenen Profis, neue Fähigkeiten, in sozialer und fachlicher Hinsicht bei sich zu entdecken. Dies schien uns ein guter Weg, um eine Weiterführung der begonnenen Wege für jeden Teilnehmenden bereitzustellen.

Wer sich aus seiner Komfortzone herausbewegt braucht auch ein gewisses Maß an Mut und die Zuversicht, dass man an der Aufgabe wachsen kann und sich die anderen Teilnehmenden auch positiv einbringen. Dies ist in den beiden Projekten besonders gut gelungen. Jeder Teilnehmende konnte über das normale Maß hinaus aktiv an der Fertigstellung des Objekts arbeiten, brachte Konzentration und Durchhaltevermögen ein und manche mussten sogar akute Alltagsherausforderungen zusätzlich bewältigen, um überhaupt weiter an dem Projekt teilnehmen zu können. Dies verdient unsere besondere Anerkennung.

In beiden Kursen gab es neben der Arbeit am Objekt und einer individuellen Anleitung der Dozent*innen, auch ein gemeinsames Mittagessen, was sich in jeder Gruppe sehr positiv ausgewirkt hat. In den beiden Dozenten, Bildhauerin Brele Scholz aus Kornelimünster und Bogenbauer Matthias Klein aus Zülpich haben wir besonders feinfühlige Unterstützer gefunden, deren wertschätzende Rückmeldungen für alle Teilnehmenden ein Geschenk waren.

Die Ergebnisse der einzelnen Projekte sprechen für sich selbst, dennoch kann jeder Teilnehmende, neben dem Objekt, für sich einen persönlichen Erfolg verbuchen, was die Teilnehmenden in ihren wertschätzenden Rückmeldungen bestätigt haben.

Wir werden diese Ideen weiter verfolgen und Projekte zusätzlich anbieten. Die besonderen Situationen und die Freude, mit der die jungen Menschen sich eingebracht haben, ist Bestätigung genug, um diesen Weg weiterzuführen.

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19. Mai 2022