Symbole geben Menschen eine zusätzliche Sprache an die Hand, gerade für Situationen, die mit Wörtern schwer zu beschreiben sind.

Ziel von SymfoS ist es, die Situation benachteiligter junger Menschen mithilfe des Einsatzes innovativer Interventionen der Symbolarbeit zu verbessern.

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Die angewendeten Interventionen orientieren sich an den bisherigen Lebenswegen, den Fertigkeiten und Persönlichkeitsmerkmalen, sowie den jeweiligen Situationen der zu Beratenden. Hierauf aufbauend geht es um die Entwicklung einer realistischen Zukunfts- und Berufsperspektive mit der Unterstützung von Mentoren und Gleichaltrigen.

Herzstücke des SymfoS- Projekts sind folgende Interventionen der Symbolarbeit

  • Lebensstraße/ Planungsstraße: was kann ich und wohin will ich?
  • Inseln der Gefühle, Eigenschaften und Ziele
  • Innere Bildern sichtbar machen

SymfoS wird gemeinsam mit fünf europäischen Partnerorganistionen durchgeführt.  Im Laufe des Projektes werden Trainer aus diesen Organisationen ausgebildet, um junge Menschen im Bereich Übergang von Schule und Beruf zu beraten und zu coachen, sowie die Methode im Bereich der Berufsorientierung zu implementieren.

Das Sozialwerk Düren als ein Projektpartner von SymfoS ist unter anderem zuständig für die Schulung der Trainer und wird durch einen bereits ausgebildeten Coach der Symbolarbeit zwei weitere TrainerInnen ausbilden. Diese TrainerInnen werden die Interventionen der Symbolarbeit in internen Multiplikatoren- Schulungen wiederum an Kollegen weitergeben, um die Symbolarbeit in den vielschichtigen Maßnahmen des Sozialwerks einsetzen zu können.

Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Maßnahmen und Projekten  werden im Bereich der Perspektivenbildung gecoacht und unterstützen sich gegenseitig. Der Einsatz von Peers ist ein wichtiger Baustein im Konzept von SymfoS. Die Peers sind aktiv im Beratungsprozess beteiligt und helfen sich bei der Umsetzung der einzelnen Schritte, die im Aktionsplan festgeschrieben werden.

Was ist das Besondere an der Symbolarbeit?

Im Bereich der Lebensplanung und Orientierung können Symbole einen enormen Beitrag zur Stärkung des Selbstbewusstsein und des Selbstwertgefühl, der Entwicklung umsetzbarer Ziele und der Förderung der Verantwortungsübernahme für junge Menschen leisten. Mit der Symbolarbeit kann jungen Menschen eine zusätzliche Sprache an die Hand gegeben werden, besonders für Situationen, die mit Worten schwer zu beschreiben sind. Die Interventionen eignen sich für alle jungen Menschen, unabhängig von sprachlichen Kompetenzen.

 

Zielgruppen: SymfoS orientiert sich an einem systemischen Ansatz, der sich an alle relevanten Austauschgruppen im Berufs- und Bildungssystem wendet:

  • ) Junge Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt
  • ) Berufsberater*innen, Trainer*innen, Pädagog*innen und Lehrer*innen
  • ) Organisationen der Erwachsenenbildung, Vereine, Schulen und Unternehmen

 

www.symfos.eu/  www.facebook.com/SymfoS/

SymfoS- Symbols for Succes ist ein im Rahmen des EU-Programms Erasmus+, Aktionslinie 2, Strategische Partnerschaften, gefördertes Projekt im Bereich der Berufsorientierung und Perspektivenbildung für junge Menschen.

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Ein Praxisbericht: Ich bleibe doch zu Hause wohnen

Thomas (Name geändert) besucht die 10. Klasse einer Realschule in Düren. Er wohnt seit Jahren mit seinem alkoholabhängigen  Vater zusammen.  Seit Monaten treibt ihn die Frage um, ob er zu Hause im gemeinsamen Haushalt mit dem Vater bleiben soll oder ob besser ausziehen soll.
Thomas fühlt sich hin und her gerissen. An manchen Tagen hält er die Situation einfach nicht aus. Die Schwankungen im Verhalten seines Vaters und die ständigen Launen belasten ihn sehr. Dann wiederum beruhigt sich die Situation und ihn plagt ein schlechtes Gewissen, schließlich hat er den Vater so oft in Gedanken verflucht und ans Ausziehen gedacht.
Als die Situation sich über Wochen wieder belastend gestaltet, sucht Thomas den Schulsozialarbeiter auf, um sich beraten zu lassen.

Thomas nimmt das Angebot an, seine Situation mittels der Beratungsmethode –  den Inseln der Gefühle –  aus der Symbolarbeit darzustellen.

Aus 22 Inseln mit darauf geschriebenen Gefühlen, Holzfiguren für beteiligte Personen und ergänzenden Symbolen stellt Thomas die Situation im Bild dar.

Er erläutert dem Schulsozialarbeiter die Situation und betrachtet sie aus verschiedenen Perspektiven. Anschliessend legt er die Situation mittels der Symbole für einen möglichen Auszug von zu Hause.  So ist es ihm möglich, für sich Veränderung oder Verbesserung zu erleben. Tatsächlich fällt es ihm leicht, da er sich die Situation schon oftmals im Kopf ausgemalt hat.

Beide Situationen mit Abstand und aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, erlebt Thomas als Erleichterung. Er fotografiert sich beide Bilder mit seinem Handy ab und die Beratung ist beendet. Sie hat etwa 20 Minuten gedauert.

Der Schulsozialarbeiter hört vier Wochen lang nichts von Thomas, bis dieser in der Beratung erscheint und ihm verkündet: Ich bleibe doch zu Hause wohnen.

Er schildert, dass er sich die Bilder ausgedruckt habe, sie über das Bett gehängt und sich 4 Wochen lang vor dem Einschlafen angeschaut habe. Irgendwann sei im die Erkenntnis gekommen, dass er bei seinem Vater wohnen bleiben wolle und wie die dies gehen könnte.