Neues Werkstattjahr ist auch in Düren ein mangelhafter Ersatz der bewährten Produktionsschule.NRW

Produktionsschule.NRW und Jugend in Arbeit plus sind Opfer der neuen Arbeitsmarktpolitik in NRW

Detail Kinderspielzeug komp 1596

Foto Sozialwerk, Holzspielzeug hergestellt in der Produktionsschule.NRW

 

Die neue Landesregierung in NRW ersetzt ab September das bisher erfolgreich durchgeführte Förderprogramm Produktionsschule.NRW durch das Werkstattjahr Neu. Die Platzzahl wird im neuen Programm landesweit auf 1000 Teilnehmer reduziert. Der Fokus verengt sich auf Jugendliche in der Altersgruppe bis 19 Jahre und schließt dadurch die bis zu 26 jährigen aus der Förderung komplett aus. Für die Gruppe der 19 bis 26 jährigen stellt der niederschwellige produktionsorientierte Ansatz der Produktionsschule.NRW einen wesentlichen Bestandteil in der Förderpalette der beruflichen Orientierung dar.
Seit 2015 hat das Sozialwerk gemeinsam mit der low-tec durch die Produktionssschule.NRW pro Jahr bis zu 100 Jugendliche maßgeblich bei ihrer beruflichen Integration unterstützt.

Der kurzsichtige Kurswechsel in der Arbeitsmarktpolitik führt dazu, dass in Düren statt bisher 100 junge Menschen, nur noch 12 Jugendliche in die neue Maßnahme einmünden können. Das ist nicht nur katastrophal für junge Menschen mit besonderem Förderbedarf in Düren, es gefährdet auch die Arbeitsplätze von erfahrenen Pädagogen und Werkanleitern beim Sozialwerk Dürener Christen.

Einziger Lichtblick ist das Engagement der job-com des Kreises Düren, eine eigene Produktionsschule zu installieren, um diesen massiven Einbruch in der Förderstruktur teilweise aufzufangen. So wird im September 2018 eine Produktionsschule mit zumindest 34 Teilnehmerplätzen für bis 26 jährige aus dem Kreisgebiet starten. Dieser „Tropfen auf den heißen Stein“ deckt natürlich nur einen Teil der bisherigen 100 Teilnehmerplätze ab. Mehr ist für den Kreis Düren nicht möglich, da die bisherige Finanzierungsbeteiligung durch das Land NRW entfällt.

Ersatzlose Streichung der Beschäftigungsinitiative Jugend in Arbeit plus

Ein weiteres Programm fällt der neuen Arbeitsmarktpolitik unseres neuen NRW Arbeitsminister zum Opfer und wird als nicht effektiv betrachtet. Im Rahmen der neuen Beschäftigungspolitik entfällt ab Dezember 2018 das Programm Jugend in Arbeit plus komplett! Dieses Beschäftigungsprogramm wurde in der Region Düren seit 1998 ausschließlich vom Sozialwerk durchgeführt. Und das mit großem Erfolg – unsere Beratungsfachkräfte vermittelten in Zusammenarbeit mit den Kammern, IHK und HWK, 320  junge Menschen in Beschäftigung. Durch die veränderte Politik fällt ein für Düren bewährtes Förderinstrument komplett weg und hinterlässt eine Lücke, die nicht geschlossen wird. Der Wegfall von Jugend in Arbeit plus stellt das Sozialwerk auch hier vor der Herausforderung, die Weiterbeschäftigung von langjährig beschäftigten und kompetenten MitarbeiterInnen zu sichern.